Wassersport: Ungarn


Wenn man auf die Landkarte schaut, kann man sehen, dass Ungarn von den Karpaten umsäumt wird und ein Großteil der Flüsse Ungarns in den höher gelegenen Regionen der Nachbarländer entspringt. Nur einige kleinere Wasserläufe haben ihre Quelle in Ungarn. Die ebenfalls von jenseits der Landesgrenzen stammenden beiden großen Ströme, die Donau (ungarisch: Duna) und die Theiß (ungarisch: Tisza) Ungarn durchfließen und anschließend verlassen sie das Land.

 

In den vergangenen Jahrhunderten fuhren die Fischer in aus Baumstämmen gefertigten, primitiven Einbäumen auf den Gewässern. Der Wassersport in Ungarn wurde von Graf István Széchenyi geschaffen. An der Stelle des Pester Brückenkopfes der Kettenbrücke gründete er im Jahre 1834 das erste Bootshaus und so begann man in Ungarn zu rudern und mit dem Boot zu fahren. Széchenyi und die Mitglieder des Donau-Schifffahrtsvereins, des Nationalen Nautischen Vereins und des Bootsklubs Hunnia unternahmen ausgedehnte Fahrten.

 

Im Jahre 1977 wurde mit einem Motorboot unter der Leitung von László Cseke senior die Fahrt von Budapest nach Paris wiederholt, die Graf Ödön Széchényi vor 110 Jahren zurückgelegt hatte. Nándor Fa und László Gál segelten in den Jahren 1985-1987 mit dem Schiff "St. Jupat" um die Erde, wobei sie 70 000 Kilometer zurücklegten. Diese Leistung wiederholte später jeder noch einmal einzeln für sich. István Kopár junior umsegelte mehrmals, einige Male auch allein den Globus. Mit diesen Erfolgen erwarben sie die Anerkennung der internationalen Seglergesellschaft, wie auch István Török, der sich im Sommer 1989 von Budapest aus in einem Rennkanu auf einem Knie durch ganz Europa "arbeitete", danach durch den Ärmelkanal und über England sogar bis an den westlichsten Punkt Irlands gelangte. Die 3500 Kilometer legte er in 101 Tagen zurück.

 

Die ungarischen Flüsse fließen durch historisch bedeutende Gebiete, und auch an den Ufern der Seen sind Andenken an die vergangenen Zeiten zu finden.

 

Z. B. in Esztergom (Gran) an der Donau, wurde der Gründer des ungarischen Staates, König Stephan I. (Stephan der Heilige) geboren.

 

Im Laufe der späteren Jahrhunderte mussten die Ungarn mehrmals Wache stehen und sich und den Westen gegen die Angriffe der Petschenegen, der Tataren und der Türken verteidigen. Wenn die Flüsse sprechen könnten, würden sie viel über die segensreichen und stürmischen Epochen der Geschichte erzählen. In Muhi am Fluss Sajó trugen die Ungarn die Schlacht gegen die Tataren aus und bei Mohács an der Donau verblutete im Jahre 1526 die ungarische Armee und unterlag gegen die mehrfache Übermacht der Türken.

 

An den Ufern der Flüsse sind zahlreiche historische und Kunstdenkmäler zu finden: Burgen, Burgruinen, Schlösser, Kirchen und Wallfahrtsorte.

Das Land ist reich an Seen. Neben dem Balaton, dem Velence-See, dem Fertő-See (Neusiedler See) und dem Theiß-See sind in angenehmer Umgebung zahlreiche kleinere Seen und Staubecken zu finden, die ebenfalls ausgezeichnete Möglichkeiten zur Ausübung der verschiedenen Wassersportarten bieten. Für viele ist die Wassertouristik heute schon eine "Lebensform" - das Wasser, das Sonnenlicht, die saubere Luft, die harmonische Körperbewegung, das Aufstellen des Lagers und der Zauber der Lagerfeuer gehören dazu. Der Tourist auf dem Wasser wird von den Landschaften, den Farben, den Geräuschen, den Sonnenaufgängen, den Sonnenuntergängen, die unglaubliche Bilder hervorzaubern und von den rasch dahineilenden Wellen wie von einem Magnet angezogen.

Es ist kein Zufall, dass sich vor mehr als einem halben Jahrhundert mit einer von Bratislava (Pozsony) aus organisierten Wassertour die Internationale Donaufahrt (Tour International Danubien = TID) entwickelte, die heute bereits mit einer Entfernung von 2080 Kilometern zwischen Ingolstadt und Silistra die längste und älteste Wassertour der Welt ist.

1966 wurde die erste Internationale Theißfahrt organisiert, die neuerdings in der Ukraine startet. Manchmal fahren die Teilnehmer sogar bis zur Mündung.

 

Quelle: Ungarn-Tourismus.de



 
 
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